boarding school
Uganda
Uganda hat eine der jüngsten Bevölkerungen der Welt. Etwa 56 % der gesamten Bevölkerung sind jünger als 18 Jahre, und mehr als die Hälfte ist unter 15 Jahre alt. Die durchschnittliche Geburtenrate liegt bei etwa 5,6 bis 6,2 Kindern pro Frau. Über ein Drittel der Bevölkerung in Uganda lebt unterhalb der internationalen Armutsgrenze.
Die allgemeine Schulpflicht ist in Uganda gesetzlich verankert, aber vielen Kindern und Jugendlichen ist es dennoch nicht möglich eine Schule zu besuchen.


Die Schule in Namulanda
Um dieser Situation entgegenzuwirken, haben die Zwillinge Esther Mukwana und Janet Namono 2020 die NGO "Whispers of Love Foundation" in Namulanda gegründet.
Seit einigen Jahren unterrichten, pflegen und verköstigen sie jährlich rund 40 Kinder zwischen 4 und 9 Jahren, gewährleisten ihnen Minimum an Bildung und bieten ihnen ein einigermassen sicheres Umfeld.

Das Projekt hat eine grosse Anziehungskraft und Ausstrahlung, die Mitarbeitenden haben es geschafft, nebst der Betreuung der Kinder auch für die Mütter Erwerbsmöglichkeiten wie z.B. Korbflechterei und den Verkauf der Produkte aufzuzeigen und zu schaffen.
Die schwierigen Lebensumstände der Kinder in Namulanda haben die Idee nahegelegt, eine entfernt gelegene "Boarding School" (eine Art Internat) zu eröffnen. Die Räumlichkeiten der "Library" genannten Schule in Namulanda sind gemietet, ihre Zukunft und damit die des ganzen Projektes ist ungewiss, Nachhaltigkeit ist gefragt.

Umzug tut Not
Dank einer grosszügigen Spende war es der "Whispers of Love Foundation" vor Kurzem möglich, auf Bussi Island Land für Schulgebäude sowie einen dazugehörigen ökologisch äusserst wertvollen Wald für die Boarding school zu erwerben. Dort sollen die Kinder ein sicheres Zuhause und eine solide Basisbildung erhalten.
Einer grossen Faktoren dabei ist, dass den Kindern in der Boarding School ein kontinuierlicher Unterrichtsbesuch möglich ist - etwas, das in Namulanda selbst beinahe unmöglich ist.


Ein Weiler entsteht
In der Kultur der Buganda ist der Mangobaum ein zentrales Symbol für Gemeinschaft und Gastfreundschaft. Er ist natürlicher Versammlungsort und traditioneller Ort, um Geschichten zu erzählen.
Auch in der neuen Library markiert im Entwurf des Architekten ein Mangobaum das Zentrum, um das herum sich die verschiedenen Gebäude wie um einen Dorfplatz gruppieren. Insgesamt sollen vier nach Geschlecht und Alter getrennte Wohngebäude entstehen, in denen jeweils maximal 16 Kinder und eine Erziehungsberechtigte leben. Nebst den Schlafräumen verfügt jedes Häuschen über Küche, Ess- und Wohnraum und sanitäre Anlagen.
Weiter sind Schulräume, eine Gemeinschaftsküche, eine Aula und weitere Wirtschaftsgebäude und Gästehäuser geplant.

Step by step
Zum jetztigen Zeitpunkt (Juli 2026) sind Rodungsarbeiten und die Erstellung der Infrastruktur aktuell.
Je nach Finanzierungsmöglichkeit werden nach und nach zuerst die Unterkünfte, Schulgebäude und Pflanzgärten entstehen, danach Aula und ein Sportplatz. Parallell dazu werden das Netzwerk und Stellenbesetzungen für Lehrkräfte und Betreuerinnen erweitert.
In einer nächsten Phase sollen Unterkünfte für Ökologieinteressierte und weitere Kreise entstehen.